Soll und Haben

von Luise Paulsen

(Foto von Thinkstock)

Erfolgreich, zielstrebig und kreativ im Job – keine Frage, Frauen stehen schon längst selbstbewusst ihren Mann! Aber wie sieht es finanziell aus? Profitieren sie auch in Sachen Geld von ihrem beruflichen Erfolg? Leider nein! Wir wollen wissen warum.

In Deutschland verfügen Frauen in der Regel nur über halb so viel Geld wie Männer. Die Erklärungen für diesen "monetären Rückstand" des weiblichen Geschlechts sind vielfältig: Von rund 4 Millionen Selbstständigen in Deutschland sind nur 28 Prozent Frauen. Die wenigsten Mädchen entscheiden sich nach dem Abitur für ein wirtschaftswissenschaftliches Studium und selbst Frauen die eine Karriere in der Finanzwelt hinlegelegt haben, orientieren sich häufig nach einiger Zeit um und wählen andere Wege.

Familie als "Karrierestopper"


Die Familie ist für Frauen noch immer der häufigste "Karrierestopper". Auch wenn das Konzept der Hausfrau und Mutter mittlerweile überholt zu sein scheint, übernehmen Frauen auch heute noch mehr Aufgaben im Haushalt als Männer und sind eher bereit für ihr Kind in Teilzeit zu gehen oder sogar ganz auf ihren Job zu verzichten.

Die Finanzberaterin Svea Kuschel, die 1986 das erste Finanzdienstleistungsunternehmen für Frauen gründete, kritisiert dass Frauen sich zu sehr auf ihren Partner verlassen und dabei ihre finanzielle Unabhängigkeit vernachlässigen.

Historisch ist das schwierige Verhältnis von Frauen zum Geld einfach herzuleiten. Bis Mitte der 60er Jahre konnten Frauen ohne das Einverständnis ihres Ehemannes kein eigenes Konto eröffnen und erst seit 1977 dürfen sie, ohne ihren Mann um Erlaubnis zu fragen, einen eigenen Job übernehmen.

Noch heute verdienen Frauen bei gleicher Qualifikation und gleichem Engagement im Schnitt weniger als ihre männlichen Kollegen - das ist bekannt. Aber eine Befragung des sogenannten sozio-ökonomischen Panels (SOEP) durch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung 2009 ergab, dass weibliche wie männliche Teilnehmer der Meinung waren, Frauen sollten weniger verdienen als gleich qualifizierte Männer. Beispielsweise empfanden die Befragten für einen überdurchschnittlich engagierten Arzt von 55 Jahren ein monatliches Gehalt von 7.500 Euro als gerecht. Für eine Ärztin gleichen Alters und gleicher Qualifikation wurde ein Gehalt von nur 7.300 Euro veranschlagt.

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