Von Nicole Ehlert
Wir stellen Ihnen jeden Monat eine spannende Frau vor, die Sie in persönlichen Gesprächen bei Ihrer beruflichen Weiterentwicklung unterstützt. Dieses Mal: Susanne Eschke, Geschäftsführerin der Eschke Medienberatung GmbH.
Web 94. Das Internet ist noch so etwas wie eine „Online-Sammlung von Prospekten“, wie Susanne Eschke sagt. Sie arbeitet zu dieser Zeit als Röntgenassistentin und ist fasziniert von der neuen, virtuellen Welt. Von dieser "genialen Datenbank", die sich prima für medizinische Recherchen nutzen lässt. "Infoseak" oder "Altavista" heißen die ersten Volltext-Suchmaschinen, die Mitte der 90er-Jahre eine Recherche-Revolution bedeuten. Dass Susanne Eschke bald als "Infobrokerin" Karriere machen würde, ahnt sie 1994 nicht. Warum auch? "Ich liebte meinen Beruf!" Doch dann wechselt ihr Mann plötzlich den Job, kann an ihren Wochenend- und Nachtdiensten nicht mehr die beiden gemeinsamen Kinder betreuen. Susanne Eschke muss sich umorientieren.
Ein Zufall bringt die Wende: "Unser Nachbar, Geschäftsführer einer Computerfirma, wollte ein Internet-Branchenbuch gründen", erzählt Eschke. Er zeigt ihr das Konzept, mit dem er Kunden gewinnen will – und sie lacht sich kaputt: "Es war völlig unverständlich." Sie schreibt es um und wird prompt eingestellt.
"Was muss eine Seite beinhalten, um im Internet gefunden zu werden?" – für dieses Thema ist Eschke eine gefragte Spezialistin. "Ich habe ein fotografisches Gedächtnis, kann mir Schlagwörter auf Hunderten von Seiten merken." 1996 gründet sie die "Eschke Medienberatung", verhilft ihren Kunden auf Basis von Internetrecherchen und -Analysen zu Topplatzierungen im WWW. Das tut sie so erfolgreich, dass nach fünf Jahren eine Vergrößerung fällig wäre. "Doch ich fragte mich, ob ich gut genug bin – so ohne Studium." Sie bildet sich in Marketing und BWL weiter, tritt dem Verband deutscher Unternehmerinnen bei. Über diesen lernt sie die Käte Ahlmann Stiftung kennen – ein Netzwerk, das mit Mentoring-Programmen junge Unternehmen in deren Wachstumsphase stabilisiert ("TWIN-Two Women Win", www.kaete-ahlmann-stiftung.de). Ihre Mentorinnen machen Eschke Mut, als sie von ihren Firmenplänen erzählt.
2005 kommt der erste 100 000-Euro-Auftrag. Inzwischen beschäftigen die Projekte acht feste und 25 freie Mitarbeiter. Susanne Eschke will noch "aufs Doppelte anwachsen", dann aber nur noch managen. Denn nebenbei hält die 47-Jährige Vorträge, ist Mitglied in vier Netzwerken. Und sie gibt in der Käte Ahlmann Stiftung zurück, wovon sie selbst am Wendepunkt ihrer Karriere profitiert hat: Die ehemalige Mentee ist nicht nur im Stiftungsvorstand, sondern auch eine gefragte Mentorin.
Susanne Eschke wurde 1964 in Lippstadt geboren, machte nach dem erweiterten Realschulabschluss eine Ausbildung zur Röntgenassistentin und arbeitete später in einem Krankenhaus bei Pforzheim. 1996 gründete sie als Expertin für Suchmaschinenoptimierung die Eschke Medienberatung. Heute bietet die Firma mit Standorten in Wesel, Düsseldorf, Kerken und Stuttgart komplette Web-Services. Eschke lebt mit ihrem Mann, einem Ingenieur, in Wesel; Sohn und Tochter sind 24 und 22 Jahre alt.
Schreiben Sie uns egal, ob Sie angestellt, selbstständig oder Unternehmerin sind - an
mentorin@emotion.de auf maximal einer Din-A-4-Seite, warum Sie am Mentoring teilnehmen möchten, wer Ihre Mentorin werden soll und warum. Zudem benötigen wir von Ihnen einen Lebenslauf, maximal zwei ansprechende Fotos von Ihnen und Ihre Zusage, dass wir Sie im Falle des Gewinns im Heft und auf emotion.de abbilden dürfen. Einsendeschluss: 8. November 2011.
Nach der Sichtung aller Bewerbungen wählt die Mentorin Ihre Favoritin unter allen in Frage kommenden Mentees aus. EMOTION stellt dann den Kontakt zwischen Mentorin und Gewinnerin her, übernimmt die Kosten für die Anreise für zwei bis vier Treffen und begleitet den Prozess (ohne aber bei den Treffen dabei zu sein).
EMOTION möchte Sie vernetzen und beruflich voranbringen. Deshalb erhalten Sie als Leserin beim Mentoring-Programm von EMOTION die Chance, spannende, erfolgreiche Frauen kennen zu lernen, die sich nicht durch aalglatte Karrierewege, sondern durch interessante, manchmal auch ungewöhnliche Lebensläufe, durch Charisma sowie einen selbständigen, spannenden beruflichen Weg auszeichnen. Als Leserin im Heft - und als Gewinnerin sogar persönlich.
Ab 16. Mai 2012 am Kiosk
Wie schaffen die das bloß? In unserem Dossier dreht sich alles ums Thema Druck - und wie man damit gut umgehen kann. Die Redaktion verrät ihre liebsten Badeseen. Außerdem: das große Liebeshoroskop und eine Reportage über Rückkehrer.
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