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Mein Abschied von Südtirol

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Heute ist es soweit, meine Südtirol-Reise neigt sich dem Ende zu. Natürlich freue ich mich darauf, wieder nach Hamburg zu fahren, auf meine Freunde. Aber ich werde auch so einiges vermissen.

Zu allererst die Berge. Dieses Gefühl, über sich selbst hinauszuwachsen, wenn man sie erklimmt. Manchmal stand ich nach einer Wanderung unten im Tal, blickte nach oben – und konnte kaum glauben, dass meine kleinen Füße diesen Höhenunterschied, diese Entfernung zurückgelegt hatten. Eine Erfahrung, die Vertrauen schenkt – in sich selbst. Sie gibt einem die Gewissheit: Du schaffst das. Und zwar Schritt für Schritt.
Was werde ich noch vermissen? Das viele Draußensein. Die frische Bergluft. Die Bewegung. Und, dass ich hier immer wieder überrascht wurde. Der Tag begann und ich habe ihn einfach geschehen lassen.

Alles Dinge, die man nicht so ohne Weiteres in eine ganz normale Arbeitswoche integrieren kann. Aber vielleicht lohnt es sich trotzdem, es zu versuchen. Gut, das mit den Bergen, das wird schwierig. Aber einen Berg von Arbeit Schritt für Schritt zu bewältigen, statt sich wegen des Tempos, mit dem man ihn hinter sich lassen will, zu überfordern, das gelingt mir jetzt womöglich besser als vor meiner Reise.
Wichtig ist, dass ich mich nicht wieder überrollen lassen, davon, was zu tun ist. Und vor lauter Arbeit, mein Privatleben, ja meine eigenen Bedürfnisse vergesse. Denn nur, wenn man sich fühlen kann, kann sich auch etwas gut anfühlen.

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Und jetzt fühle ich gerade, dass ich mir den Abschied versüßen möchte. Ich verlasse die Autobahn und fahre nach Brixen. Dort, das wurde mir bereits mehrfach versichert, gibt es die besten Pralinen der Gegend. Und zwar in der Konditorei Pupp. Herrlich, dieses altmodische Ambiente. Das genaue Gegenteil vom Pupp-Hotel gleich gegenüber – mit seiner weißen, sehr modernen Fassade. Ja, das gefällt mir in Südtirol auch gut: das Nebeneinander von Jung und Alt.

Ich sitze in der Sonne und das Krokant knistert auf meiner Zunge. Wie gut, dass ich mir diesen kleinen Abstecher gegönnt habe. Am liebsten würde ich eine Packung Pralinen auf die Fahrt mitnehmen, so köstlich sind sie. Aber sie würden schmelzen. Nichts würde übrig bleiben. Doch ich möchte, dass so viel wie möglich bleibt. Und das bedeutet: Es geht nicht darum, die Dinge mitzunehmen, sondern die Erinnerung an sie. Ich kaufe noch einmal die gleiche Praline und achte ganz genau darauf, wie gut sie schmeckt, damit ich es nicht vergesse. Das Ergebnis? Doppelter Genuss. Und diese Erkenntnis packe ich auf jeden Fall noch in meinen Koffer.

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2 Kommentare

  1. Ich bin gerade fertig geworden mit deinem kompletten Südtirol Bericht. Das klingt wirklich nach einer sehr schönen Zeit und obwohl Südtirol gar nicht so weit weg liegt, bekommt man beim Lesen richtig Fernweh. Auch ich möchte nächstes Jahr unbedingt mal nach Südtirol fahren. Kannst du mir eventuell ein paar schöne Hotels evt. auch Wellnesshotels empfehlen? :)

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  2. wie schön! wirklich ein schöner beitrag… ich bin selbst aus südtirol, aber so habe ich das ganze ja noch nie gesehen. es ehrt mich irgendwo, dass Sie aus dem land, in dem ich aufgewachsen bin, so viel für Ihr weiteres leben mitgenommen haben.
    es hat mich auch gefreut zu sehen, wie sehr Sie alles in sich aufgenommen haben und welche genussfähigkeit Sie haben… genießen und loslassen können, und damit zufrieden sein, was man hat und was am ende bleibt. so sollte es sein, und genau das sollte einen das reisen lehren. ich wünsche Ihnen viel spaß mit Ihren freunden wieder hamburg…
    liebe grüße :)

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