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Barbara Webers Lieblingsbücher

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Regisseurin Barbara Weber, 36, leitet seit 2008 als Intendantin zusammen mit Rafael Sanchez das Theater neumarkt in Zürich. Zurzeit sorgt dort ihre rasante Inszenierung von Bertolt Brechts "Der gute Mensch von Sezuan" für ein volles Haus.

"Leider komme ich viel zu selten zu meinem privaten Lesevergnügen. Ich lese tagsüber so viel für meine Arbeit und bin am Abend oft noch unterwegs. Wenn ich dann vor dem Einschlafen ein Buch aufschlage, tanzen die Buchstaben nur noch wild vor meinen Augen herum. Dabei träume ich schon lange von einem festen Leseabend pro Woche. Ich stelle mir vor, wie ich an dem Abend die Haustüre hinter mir abschliesse, Tee koche und es mir so richtig gemütlich mache. Ganz wichtig: Mein Handy wäre dann abgestellt."




Joseph Roth: "Hotel Savoy", Diogenes, 13.90 Franken. Roth schrieb dieses wunderbare Psychogramm seiner Zeit 1924: Gabriel Dan kehrt aus der Kriegsgefangenschaft zurück und macht Station im "Hotel Savoy". Es wird für ihn zu einer Welt im Kleinen: von aussen glanzvoll, von innen armselig. Er begegnet Künstlern, Schiebern, Kommunisten, einem Millionär und einer Varieté-Tänzerin. immer mehr gleicht das riesige Hotel in Lodz einer Wartehalle für bunte Existenzen in einer aus den Fugen geratenen Welt.







Alain Badiou: "Lob der Liebe", Passagen, 17.90 Franken. Der französische Bestseller erstmals auf Deutsch. Der Philosoph Alain Badiou sagt darin: "Die Überzeugung, dass jeder nur seine Interessen verfolgt, ist heute weit verbreitet. Die Liebe ist nun der Gegenbeweis dafür. Die Liebe ist das Vertrauen auf den Zufall." Ein sehr schönes kleines Buch.










Leo Tolstoi: "Anna Karenina", Insel, 18.50 Franken. Ich liebe das Buch so sehr, dass ich es 2009 auf die Bühne brachte. Die reich verheiratete Anna Karenina scheint alles zu besitzen, was glücklich macht. Dann tritt Graf Wronskij in ihr Leben und sie opfert ihm alles: Mann, Sohn, sogar die Achtung der Gesellschaft, in der sie lebt. Doch ihre Liebe scheitert und führt zu Eifersucht, Hass, Verzweiflung. Unbedingt in der Neuübersetzung von Rosemarie Tietze lesen!








Max Frisch: "Montauk", Suhrkamp, 12.90 Franken. Während einer Lesereise im Jahr 1974 lernt Schriftsteller Max Frisch in New York die halb so alte Verlagsangestellte Lynn kennen. Die autobiografische Erzählung über diese Romanze montiert er mit Erinnerungen, Tagebuchauszügen und Selbstreflexionen zu einer Collage. Ein grossartig und verstörend modern strukturiertes Werk um ein männliches Ich und die Frauen.









Colette: "Mitsou", Fischer, 11.90 Franken. Ein sensibler Liebesroman, der zwischen ironie, Heiterkeit und Melancholie wechselt: Virtuos verbindet Colette Theaterdialoge und innere Monologe mit einer herkömmlichen Erzählstruktur und einem Briefroman. Marcel Proust nannte die Schriftstellerin "das menschliche Herz der modernen französischen Literatur." Wunderbar leicht.








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