Text von Dr. Michaela Freund-Widde
(Foto: Cédric Focking Schneider)
Wir stellen Ihnen jeden Monat eine spannende Frau vor, die Sie in persönlichen Gesprächen bei Ihrer beruflichen Weiterentwicklung unterstützt. Dieses Mal: Barbara Bötsch, technische Direktorin bei Nestlé in der Schweiz.
Als Kind liebte Barbara Bötsch "Nesquik". Dass sie einmal für den Hersteller des bekannten Schokodrinkpulvers arbeiten würde, hätte sie sich damals wohl kaum vorstellen können. Erst recht nicht, dass sie beim weltgrößten Lebensmittelproduzenten der Welt eine Spitzenposition innehaben würde: Die Diplomingenieurin leitet alle sechs Schweizer Nestlé-Werke. Aus den Fabriken, die sie lenkt, kommen Saucen, Babymilch oder Nescafé.
Aus dem Nesquik-Alter ist sie zwar längst raus, aber der Job schmeckt auch nach 20 Jahren noch, obwohl der Ingenieurberuf als eher trockene Angelegenheit gilt und noch immer eine Männerdomäne ist. Der Frauenanteil liegt bei rund zwölf Prozent, auf Managementebene bei unter vier Prozent. Auch bei Nestlé sind von 20 Technischen Direktoren nur zwei weiblich. Dennoch hat sich Barbara Bötsch behauptet. Vielleicht weil sie anders kommuniziert als Männer - ohne Hierarchiedenken: "Ich behandle einen Fabrikarbeiter genauso gut wie ein Vorstandsmitglied", sagt Barbara Bötsch. Sie besucht mindestens einmal pro Monat jedes Werk. Vor Ort sein, mit den Leuten reden – das schaffe Vertrauen. Und vermeide Fehler.
Eines wusste sie immer ganz genau: Sie wollte mit Nahrungsmitteln arbeiten. Nach dem Abitur überlegt Barbara Bötsch, Diätassistentin zu werden. "Während eines Praktikums in einer Großküche habe ich aber schnell gemerkt, dass mir das viel zu eintönig ist", erzählt sie. Sie studiert Lebensmitteltechnologie, steigt 1989 als Nachwuchsführungskraft bei Nestlé ein und lernt das Geschäft von der Pike auf. Über die Fließband-, Schicht- und Projektleitung erklimmt sie sämtliche Stufen und will die Erfahrung am Band heute nicht missen. "Tag für Tag Verpackungen in Maschinen zu füllen, war harte Arbeit, aber eine wertvolle Erfahrung", erinnert sich Bötsch. Denn ihre Disziplin zahlt sich aus: Über Leitungsfunktionen in Polen, Siegen und Hamburg erreichte sie schließlich ihre heutige Direktorenposition.
"Mich hat das ganze Metier immer begeistert – zum Beispiel Maschinen für die Produktion von Schokoladenriegeln so zu entwickeln, dass der Geschmack bei der Massenfertigung genauso erhalten bleibt wie bei einer Einzelanfertigung", berichtet die Würzburgerin. Dass es dabei nicht nur um Technik geht, hat sie rasch verinnerlicht. "Jeder einzelne Mitarbeiter ist ein wichtiges Rad im großen Getriebe. Ich führe sie mit großem Respekt", sagt Bötsch. Ihr Ziel: ein Umfeld zu schaffen, in dem ihre Mitarbeiter gerne arbeiten und sich entwickeln können. Eine Philosophie, die sie als Mentorin weitergeben möchte.
Barbara Bötsch, Jahrgang 1963, kommt aus Würzburg. Nach einem Studium der Lebensmitteltechnik an der Technischen Fachhochschule Berlin fing sie bei Nestlé an. Später baute sie eine neue Anlage in Polen mit auf, arbeitete in der Entwicklung und leitete das Schokoladenwerk in Hamburg. Seit Oktober 2011 ist sie als Technische Managerin im Schweizer Markt für sechs Werke verantwortlich. Barbara Bötsch ist verheiratet und hat keine Kinder. Sie wohnt mit ihrem Ehemann am Genfer See.
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EMOTION stellt den Kontakt zwischen Mentorin und Gewinnerin her, übernimmt die Reisekosten für zwei bis vier Treffen und begleitet den Prozess (ohne aber bei den Treffen dabei zu sein). Am Ende des zwölfmonatigen Mentoringprogramms von EMOTION wird es ein großes Mentorinnen- und Mentee-Treffen geben.
EMOTION möchte Sie vernetzen und beruflich voranbringen. Deshalb erhalten Sie als Leserin beim Mentoring-Programm von EMOTION die Chance, spannende, erfolgreiche Frauen kennen zu lernen, die sich nicht durch aalglatte Karrierewege, sondern durch interessante, manchmal auch ungewöhnliche Lebensläufe, durch Charisma sowie einen selbständigen, spannenden beruflichen Weg auszeichnen. Als Leserin im Heft - und als Gewinnerin sogar persönlich.
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