"Es geht um Qualität!"

Das Interview wurde geführt von Inken Fügmann

Lassen Sie uns über Geld reden! Hier kommen Frauen zu Wort, die sich damit auskennen. Carolin Bormann ist geschäftsführende Gesellschafterin der HONESTAS Finanzmanagement GmbH in Hamburg und investierte schon als Teenager in Aktien.

Folge der Serie: Ich und mein Geld



EMOTION: Sie verwalten Millionen­ vermögen. Verursacht das manchmal schlaflose Nächte?
Carolin Bormann: Ja! Als Treuhänderin steht man permanent in der Verpflichtung, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Schlafraubend ist aber auch, dass über Nacht viele Neuigkeiten aus Asien reinkommen. Da steh ich dann schon noch einmal auf und schau, was in Tokio passiert.

Steht Ihr Telefon noch still, seit die Finanzkrise begonnen hat?
Nein. Information ist das Wichtigste, die Basis aller Entscheidungen. Wir halten unsere Mandanten ständig auf dem Laufenden.

Und wann schalten Sie mal ab?
Eigentlich nie. Börsendaten lassen sich heute von überall auf der Welt abrufen. Da checke ich selbst im Urlaub die Kurse.

Was fasziniert Sie so sehr an Ihrem Job?
Ich möchte Vermögen schützen – so kitschig das klingen mag. Mein Geschäftspartner und ich haben uns vor fünf Jahren in die Selbstständigkeit gewagt, weil wir überzeugt waren, dass man in dieser verrufenen Branche mit Ehrlichkeit durchaus etwas Gutes bewirken kann.

Waren Sie schon immer an Finanzthemen interessiert?
Ja! Als 16-Jährige kaufte ich bereits Aktien. Die Kapitalmärkte sind und bleiben meine Leidenschaft.

Wofür ging als Kind Ihr Taschengeld drauf?
Für Süßigkeiten und "Yps"-Hefte.

In welchen Bereichen sind Sie eher geizig?
Bei Parkgebühren! Die sind in Hamburg eine Frechheit.

Wofür geben Sie zu viel aus?
Für gutes Essen. Ich koche sehr gern. Und wenn ich die Zeit dafür finde, gibt es etwas Besonderes für die Familie. Die Zutaten kaufe ich dann in kleinen, spezialisierten Läden. Für die Summen hätte man auch prima dreimal schön essen gehen können – aber das macht nicht so viel Spaß.

Macht Geld glücklich?
Wenn Sie Kinderlachen hören, denken Sie dann an Geld?

Warum fehlt vielen Frauen noch immer das Selbstvertrauen im Um­ gang mit Geld?
Ich finde, das Klischee ist überholt. Frauen, die ihr eigenes Geld verdienen, haben großes Interesse daran, es gut und gewinnbringend anzulegen. Und sie sind durchaus risikobereit, definieren aber klar ihre Grenzen.

Welcher Anlage-­Typ sind Sie?
Derzeit eher konservativ: inflationsgeschützte Bundesanleihen und Gold gehören in mein Portfolio.

Können Sie auch mal einen Abend mit Freunden verbringen, ohne über Geld zu reden?
Ja, meine Freunde wissen, dass ich nicht über meine Arbeit spreche. Und es gibt so viele andere interessante Gesprächsthemen.


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