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Leben im Fisch

Von Barbara Scholz

Kristin lebt in einem kleinen Dorf in Island. Sie liebt die Verarbeitung des Herings und trotz vieler Entbehrungen fühlt sie sich glücklich. Ein poetisches Hörbuch über den Zauber der Heimat und die Idylle Islands.

Ausgewählt vom Netzwerk BücherFrauen, diesmal von Fachbuchhändlerin Barbara Scholz.

Kristin Steinsdottir: "Leben im Fisch" (Suppose):

Die Erinnerungen Kristin Steinsdottirs beginnen Anfang der 1950er Jahre.
Kristin, genannt Gryla, wuchs in dem kleinen, an einem Fjord gelegenen Dorf Seydisfjördur auf. Die überschaubare Welt war klein, denn das Dorf war rundherum von hohen Bergen umgeben, aber wenn man einen dieser Berge bestieg, wurde sie unermesslich weit, sogar das Meer konnte man sehen.

Beschaulich, ruhig und stolz

Bis 1960 änderte sich so gut wie nichts. Das Leben war beschaulich. Im Sommer wurden die Tage vom Hering bestimmt, denn wenn er kam, musste man schnell sein mit dem Verarbeiten.
1961 dann, Kristin war 16 Jahre alt, kamen die großen Heringsschwärme in den Fjord, und in seinem Gefolge kam ein gewisser Wohlstand, kamen viele Menschen, denn man brauchte Arbeitskräfte. Häuser wurden gebaut, und aus dem Dorf wurde eine kleine Stadt. Kristin, die bereits mit 8 Jahren zum ersten Mal beim Verarbeiten des Herings geholfen hatte, war in ihrem Element. Sie liebte die Arbeit im Hering und war stolz auf das selbstverdiente Geld, mit dem sie ihre Schule bezahlen konnte.

Der Zauber der Heimat

In ihren Erinnerungen erzählt Kristin Steinsdottir aber nicht nur von der Arbeit im Hering, sondern auch von ihren Eltern, den Menschen im Dorf, dem Alltagsleben, vom ersten Kuss, vom ersten Kino in Seydisfjördur, der ersten U-Bahn, von den Jahreszeiten, von Weihnachten und den Freuden der Festtage. Eigentlich war es ein schweres, entbehrungsreiches Leben, aber sie hat es nicht so empfunden. Und so wie sie davon erzählt, liegt über allem ein großer Zauber. Wobei sie nichts beschönigt, aber das Gefühl von Geborgenheit und Glück überstrahlt alles.

Ein wunderbares Hörerlebnis

Diese Erinnerungen sind ein wunderbares Hörerlebnis, nicht nur für Islandfans, ein Mittel zur Entschleunigung, und die Poesie dieser Erzählungen geht auch beim wiederholten Hören nicht verloren.
Sehr empfehlen kann ich auch ihren Roman "Eigene Wege", der 2009 bei Beck erschien und 14,90 Euro kostet, und den Roman von Kristin Baldursdottir, "Die Eismalerin", 2007 als Fischer Taschenbuch erschienen.

Dieses Hörbuch können Sie hier bestellen:
Leben im Fisch: Kristín Steinsdóttir erzählt das Island ihrer Kindheit


Barbara Scholz ist Fachbuchhändlerin und zudem im Netzwerk BücherFrauen aktiv.



Diese Buch-Tipps entstanden in Kooperation mit den BücherFrauen. Mehr über die "Women in Publishing"









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