Unsere Autoren skizzieren den Tatort und legen erste Hinweise aus. Jetzt sind Sie gefragt! Schreiben Sie die Story zu Ende und treffen Sie Elisabeth Herrmann und Hanna Winter.
Sie sind ein Krimifan und wollten schon immer mal einen kniffligen Fall lösen – vielleicht sogar selbst erfinden? Dann haben Sie jetzt die Gelegenheit. Wählen Sie unter den drei Krimianfängen denjenigen aus, den Sie am packendsten finden. Und schreiben Sie maximal 5000 Wörter, wie der Fall weitergehen könnte.
Die drei besten Geschichten werden auf www.emotion.de veröffentlicht. Zudem können die Autoren der beiden besten Geschichten die Bestsellerautorinnen Elisabeth Herrmann und Hanna Winter in Berlin treffen. Anreise und Übernachtung sind inklusive. Platz 2 bis 4 bekommen je einen Gutschein der Peek & Cloppenburg KG Düsseldorf im Wert von 50 Euro plus die drei aktuellen Krimis der vorgestellten Schriftsteller. Platz 5 bis 10 werden mit jeweils einem Buch der Autoren belohnt.
von Oliver Pötzsch
Der Mann am Galgen war klein und gedrungen, der Oktoberwind ließ ihn wie eine mit Stroh gefüllte Vogelscheuche langsam hin und her pendeln. Magdalena Kuisl zog sich fröstelnd ihr Tuch über die Schultern und blickte hinauf zum Galgenhügel, der direkt an der Landstraße nach Hohenfurch lag. Als Tochter des Schongauer Henkers war ihr der Anblick von Toten zwar vertraut, trotzdem schien von der Leiche dort oben ein eigenartiger Sog auszugehen: Fast schien es, als würde ihr der Tote zuwinken. Ihr Vater selbst war es gewesen, der den Meurer Hans, einen landesweit bekannten Räuber und Brandstifter, erst gestern hier gerichtet hatte. Das Volk war von überall her zusammengelaufen, sämtliche Roggenfelder rund um den Hügel hatten die Menschen niedergetrampelt; doch jetzt, so früh am nächsten Morgen, herrschte eine fast gespenstische Leere, die durch den aufsteigenden Nebel noch verstärkt wurde. Magdalena war unterwegs zur alten Hebamme Katharina Daubenberger, um von ihr das so seltene Liebfrauenpulver zu kaufen. Als sie nun erneut hinauf zum Galgenhügel sah, stutzte sie plötzlich. Erst nach einigen Augenblicken fiel ihr auf, was nicht stimmte. Der Mann, der dort oben im Wind baumelte, war nicht Hans Meurer. Es war ein Fremder.
von Elisabeth Herrmann
Wenn es etwas gab, das sie mit einem ähnlichen Entsetzen erfüllte wie Frösche aufschneiden oder Regenwürmer essen, dann waren es diese drei Worte ihrer Mutter. Sie hasste den Gang hinaus ins Dunkle, die Taschen lampe in der einen, die Schütte für die Eierbriketts in der anderen Hand, durch die Garage vier Stufen hinab in das feuchte, finstere Gelass, in dem zwei riesige Kohlenhaufen wie dunkle Tiere auf der Lauer lagen. Ihr Herz jagte, sie tastete nach dem Lichtschalter und der trübe Schein einer 15-Watt-Glühbirne warf ihren eigenen Schatten grotesk verzerrt an die Wand. Sie schaltete die Taschenlampe aus und legte sie auf einen Stapel Feuerholz. Licht, das war der einzige Freund, der sie hier unten nicht alleine ließ. Der die Schrecken zwar nicht verjagte, aber der sie immerhin in die Ecken trieb, wo sie hocken blieben und warteten, bis sie ihnen den Rücken zukehren würde. Die Schaufel war umgefallen. Sie bückte sich und nahm aus den Augenwinkeln wahr, dass ihr Schatten anders aussah. Größer, unheimlicher, als ob sie sich verdoppelt hätte.
von Hanna Winter
Es war ein schwülheißer Spätsommerabend, als Beatrix Gardner mit ihrer 16-jährigen Tochter Larissa auf der Veranda saß und Karten spielte. "Wenn du Glück hast, gebe ich dir morgen eine Revanche, aber jetzt bin ich hundemüde", lachte Larissa und streckte gähnend die Arme über dem Kopf aus, ehe sie das Brot und die Oliven abräumte. Beatrix trank ihren Rotwein aus, schaute noch eine Weile in den sternenklaren Himmel und dachte daran, wie viele Sommer sie wohl schon in diesem abgelegenen toskanischen Haus verbracht hatten, da klingelte das Telefon. Irritiert, wer das um diese Zeit wohl sein mochte, lief Beatrix ins Haus und nahm das Gespräch an. "Er ist wieder draußen, offenbar wurde er wegen guter Führung vorzeitig entlassen", hörte sie Claudia Schikowski, eine befreundete Münchner Anwältin, jene Worte sagen, vor denen Beatrix sich acht Jahre lang gefürchtet hatte und bei denen sich schlagartig ihr Magen zusammenzog. "Ich habe es eben erfahren, am besten reist ihr gleich morgen früh ab – dieser Kerl ist unberechenbar und du weißt doch noch, was er bei der Urteilsverkündung gesagt hat", fuhr Schikowski fort, während Beatrix wie gelähmt mit dem Telefon in der Hand im Flur stand. "… ja, danke, … ich ruf dich dann morgen an", sprach sie leise, fast flüsternd und als sie auflegte, bemerkte sie, dass ihre Hände zitterten. "Wer war das denn so spät noch?", wollte Larissa wissen, die mit einem Geschirrtuch in der Hand aus der Küche gekommen war. "Ach, bloß eine alte Freundin", gab Beatrix mit einer lapidaren Handbewegung zur Antwort, als das Telefon erneut klingelte. Rasch nahm Beatrix ab, doch zu ihrer Verwunderung meldete sich niemand – und zum ersten Mal, seit sie die Sommer hier verbrachten, lag in der Stille, die im Haus herrschte, etwas Unheimliches.
Schicken Sie Ihren Text mit Ihrer vollständigen Adresse per Mail an gewinnspiel@emotion.de. Stichwort "Krimi". Einsendeschluss: 1. November 2011. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Anlass für den Schreibwettbewerb ist die neue Herbst-/Winterkampagne von Peek & Cloppenburg, die im Buchmesse-Monat Oktober startet. Bekannte Krimiautoren, ihre Leser und Mitarbeiter des Ullstein-Verlags präsentieren dabei die neuen Stricktrends. Gemütliche und spannende Lesestunden gehören schließlich zu den kalten Monaten wie Strickjacken und Norweger-Pullover.
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Ab 16. Mai 2012 am Kiosk
Wie schaffen die das bloß? In unserem Dossier dreht sich alles ums Thema Druck - und wie man damit gut umgehen kann. Die Redaktion verrät ihre liebsten Badeseen. Außerdem: das große Liebeshoroskop und eine Reportage über Rückkehrer.
Ab 13. Juni 2012 im Kiosk.
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