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Kopf oder Körper: Warum werde ich nicht schwanger?

Dr. Dorothea Schuster arbeitet als Frauenärztin und Psychotherapeutin

In der EMOTION-Sprechstunde am 25.8.ließen sich Leserinnen von Dr. Dorothea Schuster über Ursachen und Behandlungsmöglichleiten informieren - für sich selbst, aber auch für den Partner.

EMOTION: Frau Dr. Dorothea Schuster, was waren die Sorgen der Anruferinnen?
Dorothea Schuster: Sie alle versuchen seit unterschiedlich langer Zeit, schwanger zu werden, einige bereits seit ein paar Jahren. Es ging in der Sprechstunde vor allem um die Frage, warum es nicht klappt, aber auch um innere Klärung: Wo stehe ich? Was will ich? Was bedeutet es für mich und meine Partnerschaft, jetzt ein Kind zu bekommen? Ich habe mit den Anruferinnen intensive Gespräche geführt und denke, ich konnte ihnen Denkanstöße geben.

Welche Fragen beschäftigen die Frauen besonders?
Natürlich ist da zunächst die Frage nach der Ursache. Sie fragen sich oft: Warum werde ausgerechnet ich nicht schwanger? Denn in ihrer Wahrnehmung haben alle Paare um sie herum ein Kind, während es nur bei ihnen nicht klappt. Das stimmt natürlich nicht. Noch schlimmer: Mit dieser falschen Wahrnehmung setzen sich die Frauen zusätzlich unter Druck.

Was sind denn die häufigsten Gründe dafür, dass eine Frau nicht schwanger wird?
In der Regel sind es verschiedene körperliche Ursachen, die sowohl bei der Frau als auch beim Mann liegen können - oder bei beiden. Die Funktion der Eierstücke kann beeinträchtigt sein oder aber die Eileiter sind nicht durchgängig. Was viele Frauen vergessen: Der Mann kann genauso gut eine eingeschränkte Fruchtbarkeit haben. Sehr selten sind es ausschließlich psychische Probleme oder gar Stress, wie Paare häufig vermuten.

Was liegt den Betroffenen noch auf dem Herzen?
Besonders ältere Patientinnen mit jungen Partnern befinden sich oft in einer Zwickmühle. Einerseits spüren sie, dass ihr Mann gern ein Kind haben möchte. Gleichzeitig fragen sie sich heimlich, ob sie noch belastbar genug sind, um eines zu bekommen und großzuziehen.

Was raten Sie ihnen?
Dass sie ihrem Partner gegenüber offen sind. Es ist wichtig, dass Paare über ihre Bedürfnisse und Ängste sprechen. Ich beziehe immer den Mann mit ein – sowohl bei den Gesprächen als auch bei den Untersuchungen. Für die Patientinnen ist es eine Entlastung, wenn sie das Gefühl haben, es muss nicht zwingend ihre "Schuld" sein.

Ab wann sollte man sich auf Unfruchtbarkeit untersuchen lassen?
Wenn man ein Jahr lang versucht hat, schwanger zu werden. Heißt: ungeschützten, regelmäßigen Sex mit seinem Partner hatte. Oft haben Frauen schon drei Monate, nachdem sie die Pille abgesetzt haben, Angst unfruchtbar zu sein.

Welche Fehler machen Betroffene aus dieser Angst heraus?
Sie drängen darauf, dass Eingriffe gemacht werden, lassen sich schon nach einem halben Jahr künstlich befruchten. Nicht nur ich persönlich halte das für übereilt. Es kann einfach mehrere Monate dauern, bis man schwanger wird. Dazu muss man wissen, dass sich mit zunehmendem Lebensalter die Chancen, schwanger zu werden, verringern. Heißt: Es kann besonders in solchen Fällen einfach länger dauern.

Welche Untersuchungen führen Sie durch, wenn betroffene Frauen zu Ihnen in die Praxis kommen?
Idealerweise kommt die Patientin mit ihrem Mann zu einem Gespräch in meine Sprechstunde. Nach einer ausführlichen medizinischen Untersuchung der Frau wird zunächst die Funktionsfähigkeit der Eierstöcke durch Hormonanalysen aus dem Blut überprüft. Beim Mann wird ebenfalls eine medizinische Untersuchung veranlasst und es werden zwei Spermiogramme gemacht, um die Anzahl und Funktionsfähigkeit seiner Spermien zu ermitteln. Anschließend testen wir mit einer Bauchspiegelung die Durchgängigkeit der Eileiter. Zeigen die Ergebnisse, dass die Fruchtbarkeit stark eingeschränkt ist, kann man eine künstliche Befruchtung in Erwägung ziehen. Meine Erfahrung ist aber, dass es oft trotzdem klappt!


Kontakt:

Gynäkologische Gemeinschaftspraxis
Rudolf-Renner-Str. 37
01159 Dresden

0351 421 54 32
info@frauenaerztinnen-dresden.de
www.frauenaerztinnen-dresden.de


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