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Freundlich führt besser

Renate M. Hannemann

Wer führt, muss streng sein? Stimmt nicht! Wer freundlich ist, kommt viel besser an (Foto: clipart.com)

Wer hat eigentlich in die Welt gesetzt, dass Führungskräfte unnahbar, unangenehm und ungehobelt sein müssen? Verlassen Sie sich lieber auf ihre menschliche Seite. Denn: Freundlichkeit siegt!

Wer hat eigentlich in die Welt gesetzt, dass Führungskräfte unnahbar, unangenehm und ungehobelt sein müssen? Die drei "un" sind Zeichen von Schwäche, die überspielt werden soll. Das spürt jeder! Verlassen Sie sich deshalb lieber auf ihre menschliche Seite. Denn: Freundlichkeit siegt!

Sie lachen! Das ist schon der erste Schritt: 1 Minute morgens im Bett lachen vertreibt Kummer und Sorgen, Sie gehen mit einem Lächeln in den Tag – und der Stress kann warten. Klingt soooooooo einfach – ist es auch! Probieren Sie es einfach mal aus. Freundlichkeit steckt sofort an – garantiert ohne schädliche Nebenwirkungen. Die Führungsspitze rekrutiert in Krisenzeiten gerne Hardliner. Härte ersetzt nicht Konsequenz. Soziale Kompetenz richtig angewandt vereinbart die Ziele und lebt einen offenen, konstruktiven Kommunikations-und Führungsstil. Richtig streiten kann man dabei lernen.

Softskills sind ebenso wenig out wie Knigge-Regeln. Das in die Führungskraft gesetzte Vertrauen kann jedoch nachhaltig Schaden erleiden, wenn das Verhalten der Person hinterhältig oder scheinheilig ist und damit das Klima destruktiv. Vertrauen gleicht dann einem Eisblock – einmal geschmolzen ist es unwiederbringlich weg.

Mitarbeiter = Freund

Authentische Leader führen mit viel Sozialkompetenz und emotionaler Intelligenz; dazu zählt auch Freundlichkeit. Im richtigen Ton kann man alles sagen – im falschen nichts. Ein freundliches Miteinander animiert zu neuen Ideen, Teamgeist, Flow am Arbeitsplatz und Freude am Leben.
Wer seine Mit-Arbeiter als Freund oder Freundin behandelt und auch so bezahlt, hat echte Juwelen im Umfeld, die sehr kostbar sind. Der Umgangston zeugt von Lebensqualität, die sich im unternehmerischen Handeln, im niedrigen Krankenstand und geringer Fluktuation bemerkbar macht. Was in kleinen Unternehmen gelingt, kann durchaus auch auf große Unternehmen übertragen werden. An anderer Stelle habe ich darauf hingewiesen, dass Mitarbeiter, die gehen, ihre Führungskräfte und nicht das Unternehmen verlassen.

Ernte = Saat

Stellen Sie sich vor, Sie kommen in einen Raum mit arbeitenden Menschen. Unbewusst nehmen Sie sofort das Klima wahr. Freundlichkeit strahlt in Lichtgeschwindigkeit und überträgt sich sofort. Druck dagegen erzeugt Gegendruck und diesen spüren Sie auch – intern wie extern. Auf Dauer bremst das negative Verhalten alle – die Führungskraft, die Mitarbeiter und die Kunden. Die hohe ethisch-moralische Verantwortung der erfolgreichsten Manager wird deutlich in der eigenen optimistischen Ausstrahlung und gelebten Begeisterung.

Trotz anspruchsvoller, realistischer Ziele springt der Funke auf Mitarbeiter und Teams über, und die Belohnung lässt nicht lange auf sich warten. Spitzensportlerinnen und Spitzenmanagerinnen sitzen im gleichen Motivations-Boot. Motto: Das, was ich aussende, kommt zu mir zurück – wie ein Bumerang. Anderen Führungskräften verbreiten Angst, und diese hat 1000 Gesichter: Angst zu versagen, Angst einen Fehler zu machen, Angst zu schwach zu sein. Misserfolge sind programmiert.

Führung = Coaching

Warum sollten freundliche Führungskräfte nicht führen können? Eine gute Beobachtungsgabe, Sensibilität für Stimmungen sowie eine fundierte Menschenkenntnis sind die besseren Voraussetzungen. Echte Freundlichkeit schadet nie, aufgesetzte schon. Wer mit seinem Charme spielt, der verspielt wiederum Vertrauen. Freundlichkeit in der Führung baut langfristig Energie auf und macht führungsstark.

Energetisch aufgeladene Mitarbeiter sind selbstbewusst und vertreiben mit einem guten Selbstwertgefühl Stress, Angst und Sorgen. Keine Führungskraft kann aus einem Ackergaul ein Rennpferd machen. Erfolgreiche Leader bringen aber vorhandene Talente zum Einsatz oder die verborgenen zum Vorschein – oftmals gepaart mit einer freundlichen Geste.
Führung bedeutet auch Coaching. Die anvertrauten Menschen können mit Hilfe der Führungskraft eigene Talente aufdecken und Herausforderungen (Karrieren) gezielter meistern. Menschen zu fördern und deren Stärken zu stärken, sollte in Zukunft das erklärte Ziel jeder avantgardistischen Führungskraft sein. Mit Freundlichkeit geht es leichter.

Renate M. Hannemann coacht und trainiert seit mehr als 20 Jahren Frauen und Männer vom Vorstand bis zum Führungsnachwuchs im deutschsprachigen Raum. Sie begleitet Existenzgründer und Menschen, die ihre Managementfähigkeiten sowie die Sozialkompetenz und Teamfähigkeit mittels wissenschaftlicher Tools messen lassen möchten. Renate M. Hannemann war selbst viele Jahre als leitende Angestellte tätig und leitet das von Ihr gegründete Institut auch im Team mit vielen Kollegen und Kolleginnen im Bereich Kommunikation & Rhetorik. Stressbewältigung für eine bessere (innere) Kommunikation sind Themenschwerpunkte ihrer Gesundheitsberatung. Praxisnah und mit großer Freude vermittelt Sie die Inhalte ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung. Als motivierende Lebensarchitektin baut sie die Seminar- und Coachinginhalte einfach und mitreißend auf. Mehr unter www.hannemann-renate.de


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