Daniel Kopp
Immer mit einem Augenzwinkern
Sharon Brauner: Glücklich Unperfekt
Na, der Albumtitel ist doch gleich mal sympathisch. Da scheint Eine mit der realistischen Version des Lebens voll zufrieden zu sein. Raus aus der Welt des reinen Scheins und der vorgegaukelten Trugbilder, wie es zu sein hat. Ein sehr schönes Erzählwerk deutscher Popmusik ist Madame Brauner da mit ihrem zweiten Solo-Album gelungen. Tiefschichtige Texte über ganz alltägliche Geschichten und Gefühle füllen die Platte. Ganz charmant geht es zur Sache. Die Musiker sind vom Feinsten, in ihrer Verbindung auf das Wesentliche konzentriert und holen dabei den Zuhörer ab zu Brauners Textreisen. Zudem ist diese ja nicht nur die Hälfte der Band Jewels, mit der sie diesen Herbst weitere Autritte haben wird, sondern auch erfolgreiche Fernsehschauspielerin. Brauners Lieder haben Witz und Humor - was ja nicht oft zu finden ist. Sie betrachtet es mit einem Augenzwinkern. Überdies gibt es einen weiteren Grund die CD mit nach Hause zu nehmen, denn von jeder verkauften CD geht ein Teil als Spende für die Tierschutzorganisation B.O.S.. Wenn das kein doppelt gutes Gefühl macht, dann weiss ich auch nicht. Los also und hört ins frische Werk. Macht Spaß.
Genre: Deutsch/Pop
Label: United Scape
Hier geht's zur Seite von Sharon Brauner.
Seid bereit für eine Weltenreise
The Mars Volta: Octahedron
Octahedron! Das fünfte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband, die 2009 einen Grammy für die beste Hardrock-Performance mit nach Hause nahm und die sich auch gerne diverser anderer Stilelemente bedient, wie denen des Jazz oder Salsa, zeigt ein ruhigeres Gemüt als seine Vorgänger. Die ausnehmend schöne Bildsprache der Texte von Sänger Cedric Bixler-Zavala begeistert abermals und das musikalische Mastermind Omar Rodriguez Lopez lockt den Zuhörer in seine wunderbaren Fantasiewelten. Die beiden Lockenköpfe, die sich ja bereits aus ihrer Zeit bei At The Drive-In kennen, gehen den Weg von Entdeckern und setzen sich musikalisch wirklich keine Grenzen. Das neue Werk strotzt wieder voller Kreativität und eröffnet diesmal auch dem ungewohnten Hörer das Universum von The Mars Volta. Bisher hat jeder, dem die Musik vorgestellt wurde und der sich die Mühe machte, sich diese zu erarbeiten, sie ins Herz geschlossen. Es sind geniale Geschichten aus einer andern Welt und reinstes Kopfkino. Schnallt Euch an und seid bereit für eine Weltenreise.
Genre: Prog-Rock/Jazz/Salsa
Label: Universal
Tauchen Sie ein in die Welt von The Mars Volta.
Sie schaffen es immer wieder, die Italiener!
Nek: Un'altra Direzione
Ach, wie schaffen sie es nur immer wieder? Italienische Musik klingt einfach unweigerlich nach Urlaub und suggeriert natürlich Sommer, Sonne, Meer, gutes Essen, Amore und gute Laune. Dass Nek, der "beste Nachwuchssänger Italiens von 1994", nicht nur mit seinen wundervollen stahlblauen Augen würde überzeugen können, bewies er 1996 mit seinem Hit "Laura non c'è", den wir noch alle im Ohr haben und mitsingen können - zumindest die Titelzeile. Doch das sollte kein One-Hit-Wonder bleiben - ganz im Gegenteil. Nek veröffentlicht von Beginn an seine musikalischen Werke auch gleichzeitig immer noch als Version für die spanisch sprechende Hörerschaft und feiert dadurch sogar weltweit seine Erfolge. Seine eingängige Stimme lässt die Botschaft seiner Songs selbst für den Sprachlaien noch angenehmer klingen. Und dass seine Musik nicht nur zum schmusen taugt, sondern auch noch ganz schön rocken kann, beweist der 36-jährige aus Modena stammende Italiener mit "Un'altra Direzione" abermals. Genau das richtige für den Sommer und die Fahrt in den Urlaub. Ach, sie schaffen es doch immer wieder, die Italiener!
Genre: Rock/Pop/Italo/Latin
Label: Warner
Hier erfahren Sie mehr von Nek.
Wilco im Herzen
Wilco: Wilco (The Album)
Es gibt kaum eine Band, die den Independent-Gedanken so sehr mit den Wurzeln amerikanischer Musikgeschichte verbindet, wie die Alternative-Country Band Wilco um Jeff Tweedy und seine Mannen. Mit ihrem siebten Album "Wilco (The Album)" bewegen sie sich weitre auf ihrem steilen Weg zum Musik-Olymp. Haben die Vorgängerscheiben die Hörer bereits begeistert, zieht einen das neue, selbstbetitelte Album nur noch tiefer in den mesmerisierenden Bann. Eine der besten Livebands, die es derzeit gibt, geht derart ausgeglichen und homogen an die eigene musikalische Geschichtsschreibung heran, dass man die Songs schon beim ersten Hören für alte Bekannte hält. "Wilco" wurde teils im heimischen Studio "The Loft" in Chicago, teils in Auckland, Neuseeland eingespielt und schafft so, trotz eingehender Stringenz, eine wunderbare Abwechslung und Leichtigkeit. Jeff Tweedy hat einige seiner besten Songs geschrieben und die Texte wie "I'll Fight", "Bull Black Nova", "Country Disappeared" haben natürlich nichts an gewohnter Aktualität und Brisanz verloren, doch vergisst er auch nicht die leichtere Seite des Seins mit "You Never Know" oder "Wilco (The Song)" zu betrachten. Madame Feist gibt sich auch ein schönes Stelldichein über die Liebe mit "You and I". Dieses Album schafft eine besondere, leichte Atmosphäre und hat das absolute Zeug ein langer Wegbegleiter zu werden. So geht es sich leichter - mit Wilco im Herzen.
Genre: Alternative-Country/Independent/Neo-Folk
Label: Nonesuch Records/Warner
Mehr von Jeff Tweedy und Co. finden Sie unter Wilco.
Weitere Musik-Themen
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Der Sommer wird heiß
Daniel Merriweather: Love & War
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wahrscheinlich hat jeder schon diesen Mann im Radio gehört. Mit seiner Hitsingle "Change" hat sich Daniel Merriweather, die Stimme des Jahres, wieder einmal in die Herzen der Menschen gesungen. So wird ein Sommer versüßt, der leider noch keiner ist. Der Australier schafft mit seinem neuen Album "Love & War", dass von Erfolgsproduzent Mark Ronson produziert wurde, den perfekten Bogen zwischen seinen Wurzeln in Down Under und seiner neuen Wahlheimat New York. Die erfrischend realistische und gesunde Weltanschauung des 26-Jährigen führt ihn auf seinem musikalischen Weg unbeirrt vorbei an den modernen Hypes and Cools. Genauso souverän ist sein Sound - der Soul, der Menschen schon immer mitgerissen hat. Dank seines Gepürs für Musik wird man noch oft von Daniel Merriweather hören. Mit dieser Platte wird der Sommer heiß, egal, ob er nun kommt oder nicht - mit dieser Stimme im Ohr bestimmt.
Genre: Neo-Soul/Pop
Label: Sony
Weitere Einblicke in das Leben und die Musik des Australiers unter Daniel Merriweather.
Sie sind wieder da
blur: Midlife: A Beginner's Guide To blur
Welch Freude habe ich verspürt, als ich erfahren habe, dass sich blur nach Jahren der Trennung und erfolgreichen Neuprojekten im Jahr 2008 zu einer versöhnlichen Wiedervereinigung entschieden hat. Umso größer die Freude nun über "Midlife: A Beginner's Guide To blur", dem gerade neu erschienene Doppelalbum, das die wichtigsten Werke einer der bedeutensten Bands des Britpop der 1990er Jahre zusammenfasst. Mit "Beetlebum, Girls and Boys, Song 2, Sing, Good Song und vielen anderen" ist es für den Fan ein must-have und eine schöne, praktische Sammlung. Für den Neueinsteiger das ultimative Panoptikum ins Universum von blur. Die Herren Albarn, Coxon, Rowntree und James haben ja in all den Jahren ihres Schaffens verschiedene Stilwandlugen durch- oder gar vorgelebt. Vom klassischen Shoegazing- Madchester Britpop der Anfangsjahre über die stärker werdenden Einflüsse des Indiependent hin zu elektronischen Einflüssen im neuen Jahrtausend hat blur eine Generation durch ein Werk von 8 Studioalben geprägt. Bei der Vielfalt und Qualität der verschiedenen Nebenprojekten der jeweiligen Künstler wünscht man sich natürlich alsbald ein neues Studiowerk von gekannter Qualität herbei. Das Warten ist zwar mitunter eine Pein, aber im Falle von blur dürfte es sich lohnen, ist man doch mit dieser Zusammenfassung fürs Erste ruhig gestellt. Gut Ding will eben Weile haben und das Wichtigste ist: Sie sind wieder da!
Genre: Brit-Pop/Indie/Alternative/Electronic
Label: EMI
Hier finden Sie mehr Wissenswertes über blur.
Alte Bekannte in neuem Licht
Placebo: Battle for the Sun
Nachdem Placebo nach ihrem letzten Album "Meds" aus dem Jahre 2006 und der folgenden, sehr erfolgreichen Welttournee die Band nur noch dem Namen nach existierte, verließ Schlagzeuger Steve Hewitt das Trio und geht nun eigene Wege. Die Differenzen persönlicher und musikalischer Natur waren innerhalb der Band einfach zu groß geworden. Doch anstatt sich aufgrund solcher Emotionen aufzulösen, taten sich Sänger und Gitarrist Brian Molko und Bassist Stefan Olsdahl mit dem neuen Drummer Steve Forrest zusammen und legen nun mit "Battle of the Sun" ein Placebo-Album bester Güte vor, das voll wunderbarem, durch Erfahrung gereiften, Songwriting ist. Nach eigener Aussage ist Album Nummer 6 "farbenprächtiger und weniger dunkel". Wie gewohnt, strotzt es vor Kraft und den fast hymnischen anmutenden Melodien. Die gewünschte musikalische Supernova sprüht hier bombastisch aus den Lautsprechern und man merkt Placebo die neuen Lebenskräfte, die auch durch einen vorher erfogsunbefleckten Schlagzeuger aufblühen, förmlich an. Dieser Kampf um die Sonne ist eine deutliche Entscheidung für das Leben und die Freiheit geworden. Endlich frei, komplett eigene Entscheidungen zu treffen! Die neue Scheibe erscheint auch nicht wie die vorherigen Alben bei einem Major-Label, sondern beim Indie-Label Nummer 1: Pias Recordings. Es ist eine wahre Freude den Jungs beim Spielen zuzuhören. Wer Placebo noch nie Live gesehen hat, sollte dies unbedingt schleunigst nachholen, denn es gibt nur wenige Live-Acts, die vor so viel Energie strotzen und Fans begeistern können. Egal, ob es dabei regnet, bei Placebo scheint immer wieder die Sonne. Es ist schön sie wieder zu hören und bald zu sehen. Alte Bekannte in neuem Licht.
Genre: Indie/Alternative/Brit-Pop
Label: Pias Recordings
Weitere Infos unter Placeboworld.
Ein Leuchten in der Stille
George Harrison: Let it roll
George Harrison, der stille Beatle, der meist im Schatten von McCartney und Lennon seinen Beitrag zur Musik einer der erfolgreichsten Band der Musikgeschichte leistete. Doch während seiner Solokarriere, die er bereits im Jahre 1968 mit dem Album "Wonderwall Music" begann, hatte er verschiedenste, auch avantgardistische Einflüsse und war ein Wegbereiter, nicht nur für Weltmusik, sondern auch für indische Philosophie. Diese neue Compilation bringt uns nun die schönsten und wichtigsten Songs aus dem Werk dieses außergewöhnlichen Künstlers, der 2001 im Alter von 58 Jahren an Krebs verstarb. Mit "I got my mind set on you", "All things must pass", "While my guitar gently weeps", "This is love" und vielen anderen bekannten Klassikern bekommt man hier einen schönen akustischen Überblick von Harrisons Musik. Auch wenn man nicht aus der Beatle Zeit stammt, erinnert man sich sofort an die meisten Songs und denkt gern an einen ganz Großen der Musikgeschichte zurück. Ein Glück, seine Musik wird immer leuchten.
Genre: Beat/Pop
Label: EMI
Mehr über George Harrisons Leben und die Karriere unter George Harrison.
Junggeselle im Wolfspelz
Patrick Wolf: The Bachelor
Wie kein anderer verbindet Patrick Wolf klassische Elemente, Electronica und Wave Einflüsse. Der 26-jährige Sänger und Mulitinstrumentalist legt mit "The Bachelor" sein viertes Album vor. Es ist der erste Teil des ursprünglich als Doppel-CD konzipierten Albums "The Battle", das 2010 mit dem zweiten Teil "The Conqueror" wiedervereint wird. Eine neuen Marketing- und Finanzierungsidee baut auf die Mithilfe seiner Fans und so bringt Herr Wolf den neuen Silberling auf dem eigenen Label Blood Camber Music heraus. Große musikalische Bögen werden gespannt und die evozierten Bilder haben teils bombastische Ausmaße. Der unglaublich talentierte Engländer nimmt den Zuhörer mit auf eine Reise durch einen dunkleren Teil seiner Lebensgeschichte, in der er sich sehr mit exzessiven Reisen, Kämpfen mit sich selbst und seiner Umwelt, seinen Sehnsüchten und letztlich mit seinem Junggesellendasein beschäftigte. Die neuen Songs geben allerdings Grund zur Hoffnung und lassen den Zuhörer gespannt auf das Folgewerk hoffen. Diese Musik ist nicht nur inhaltlich, sondern auch musikalisch voll großer Emotionen. Das ist nicht nur wunderbare Tanzmusik für Shoegazer, sondern für jederman und man kommt sofort ins schwelgen. Da heult der Junggeselle im Wolfspelz.
Genre: Pop/Electronica/Wave
Label: Blood Chamber Music
Hier gibt es mehr zu Patrick Wolf.
In der Ruhe liegt die Kraft
Lhasa: Lhasa
Wie angenehm entspannend ruhige Musik sein kann, zeigt die US Amerikanerin Lhasa de Sela auf ihrem dritten selbstbetitelten Album. Die in Montreal lebende Künstlerin bewegt sich auf vielen Feldern ganz spielerisch. Ob Musik, Malerei oder Schreiben - überall fühlt sich Lhasa zu Hause. Der neue Tonträger hält eine ganz innige, intime und rein analoge Aufnahme aus einem zum Studio umbegauten Hotel für den Hörer bereit. Die Intensität der Musik spürt man auf ganz besondere Weise und man fühlt sich der Künstlerin, die als Kind mit ihren Eltern und Geschwistern in einem Bus lebte und damit quer durch die USA und Mexiko reiste, so nahe, wie man es seit langem nicht mehr gewohnt ist. Diesmal sind die Songs in englischer Sprache und transportieren eine Ruhe, die einem beinahe das Gefühl von altem Wissen vorspielt. Im Nachmittagssessel lauschend kann man so wunderbar die Gedanken schweifen lassen. In der Ruhe liegt die Kraft.
Genre: Singer/Songwriter
Label: Warner
Hier gibt es mehr von Lhasa.
Eine Stimme erleuchtet die Nacht
Kristin Asbjörnsen: The Night Shines Like The Day
Mit ihrer ganz besonderen Stimme, mal sanft, samtig, mal etwas heiser, ja gar kratzig, öffnet die Sängerin und Komponistin Kristin Asbjörnsen uns ihre musikalische Schmuckschatulle. Der Singer/Sonwriter-Linie folgend sind die Songs eher spärlich, aber immer sehr einfühlsam als Untermalung instrumentiert. Die Norwegerin ist durch die Jazz-Rock-Band Dadfon bekannt geworden und wandelt nun ganz stilsicher auf eigenen Pfaden. Hier liegt nun das dritte Werk im Solobetrieb vor, das gänzlich aus der eigenen Feder stammt und es ist ein feines Kleinod, das hier die Ohren verwöhnt. Asbjörnsen schafft es, das Leise so intensiv wirken zu lassen und verlässt sich dabei auf den ganz eigenen Ausdruck ihrer Stimme. Hier findet man in der Ruhe die Kraft.
Genre: Singer/Songwriter/Pop/Jazz
Label: Universal
Mehr über Kristin Asbjörnsen auf Kristinsong.
Ein Indie-Chor aus Brooklyn
Grizzly Bear: Veckatimest
Das neue, zweite Album ist schon etwas für Meister der synkopischen Taktbetonung. Die Herren dieser Indipendent Band aus Brooklyn geben dem Hörer in rhytmisch vertrackte Songs, die gleichzeitig durch ihr feines Gefühl erfreuen. Das Besondere an der Scheibe ist vor allem der Gesang. Vierstimmig, teilweise entrückt, beinahe wie die Probe eines Chors. Man fühlt sich in der Idee manchmal an die mehrstimmigen Choräle eines Brian Wilson von den Beach Boys erinnert und freut sich, das der Indierock in den USA abermals den Zauber mehrstimmigen Gesangs wiederentdeckt hat. Nach den Fleet Foxes im letzten Jahr, St. Vincent oder auch Bon Iver macht sich nun auch Grizzly Bear auf diese Reise. Hier erwarten den Hörer komplexes Songwriting und Kreativität und... einfach schöne Männerstimmen.
Genre: Indie/Akustik
Label: Warp
Mehr über neuen amerikanischen Chorgsang unter Grizzly Bear.
Ein neuer Meister aus Belgien
Milow: Milow
Der Song "Ayo-Technology" ist nicht nur durch 50 Cent und Justin Timberlake bereits in Aller Ohr. Milow, der belgische "self-made-man" wandelt auf seinem gleichnamigen Debutalbum auf den Pfaden von Singer/Songwritern der alten Schule und vergisst dabei nicht das Geschichtenerzählen. Bei seiner Stimme wird das Zuhören zum absoluten Genuss. Das lässt nicht nur Topproduzenten wie Kayne West in den höchsten Tönen schwärmen. Damit wird Milow bestimmt auch ein Dauer-
brenner dieses Jahres. Eben genau die passenden Lieder für einen unbeschwerten Frühlingsanfang.
Genre: Singer/Songwriter/Pop
Label: B1 Recordi
Zum Gesamtwerk des Meisters: Milow.
So schön kann Melancholie sein
Soap & Skin: Lovetune For Vacuum
Wer würde hinter solch schönem Schwer-
mut, soviel Jugend vermuten. Anja Plaschg, die 19jährige Multiinstrumentalistin aus Österreich, gibt sich ganz den dunklen Klangfarben hin und zieht mit ihrer Experi-
mentierfreude den Hörer unweigerlich in ihren Bann. Klassische Instrumente mischt man heutzutage sowieso gern mit elektro-
nischer Unterstützung. Doch ihre ungezwun-
gene Art begeistert einfach. Diese Liebeslieder für das Vakuum verbreiten kaum Licht im musikalischen Gemütsdunkel, aber auf Regen folgt doch immer wieder die Sonne. Zauberhafte Melancholie für die richtigen Momente.
Genre: Rock/Pop/ Klassik
Label: Pias Records
Mehr über das österreichische Multitalent unter Lovetune for Vacuum.
Wenn das eine Flut ist, reiße mich hinfort!
Muriel Zoe: Flood
Waren die ersten beiden Alben "Red and Blue" und "Neon Blue" von Muriel Zoe noch eindeutig im Jazzregal zu finden, kehrt die Wahl-Hamburgerin auf ihrem dritten Album "Flood" zu ihren wohlbekannten Wurzeln zurück. Eine schöne Mischung aus Singer/
Songwriter, Pop und Folk wird hier unauf-
dringlich, doch zugleich sehr angenehm kredenzt. Nichts wirkt gezwungen, sondern versprüht eher den Charme des im Moment Entstandenen. Diesmal stammen auch alle Songs aus der eigenen Feder und so fällt es Zoe nicht schwer, ihr gesamtes Herzblut in jedes einzelne Werk zu stecken. Das Authentische steht hier eindeutig über dem Makellosen. So gleitet man mit der dargebrachten instrumentalen Lässigkeit durch die entspannte Stücksammlung und fühlt sich gestreichelt von einer zauberhaften Stimme voller Leichtigkeit. So kann sich eine Flut also auch anfühlen.
Genre: Singer/Songwriter Pop/Folk
Label: Blue Pearls Music
Zur Welt von Muriel.
Schiff ahoi
Leichtmatrose: Gestrandet
Liedertexte so tief wie das Meer bringt uns der "Leichtmatrose". Mit einer Mischung aus elektronischer Musik und deutscher Lyrik steuert uns Joachim Witt zielsicher durch schwere Wogen der Emotionen. An "Hepp-
ner" und "Ich und ich" erinnernd zeigt dieses Debütalbum, dass es sich lohnt, nicht immer im musikalischen Mainstream zu schwimmen, sondern auch vermeintliche Untiefen zu erkunden, um dann einen Schatz zu heben. Ein Künstler, der auf jeden Fall seine Hörerschaft polarisiert - musikalisch wie optisch. Auf jeden Fall eine frische Brise. Reinhören lohnt sich!
Genre: Elektro/Pop/Deutsch
Label: Ferryhouse/Primadonna
Das gesamte Logbuch unter Leichtmatrose.
Auf der Suche nach dem Glück
Blank & Jones: Relax Edition Four
Das Leben fühlt sich manchmal etwas schwer an. Um so mehr freuen wir uns über ein paar Momente zum Durchatmen. Mit entspannter Musik ist das oft leichter zu erreichen. Klingt die Musik dieser Doppel-CD aus den Boxen, dann riecht es fast schon nach Urlaub. Zeitweise reicht es ja einfach, die Stereoanlage zu füttern und die Augen zu schließen und man entschwindet in andere Sphären. Das kreative Trio, das sich unter dem Namen Blank & Jones versteckt, hat auf dieser vierten Edition nicht nur seine persönlichen Glücksmomente vertont, sondern das Motto "Relax" thematisch in "Sun" und "Moon" geteilt. Somit bietet die richtige Scheibe auch immer die richtige Stimmung. Musikalische Unterstützung erhalten sie aus der illustren Riege des internationalen Pop: mit dabei sind unter anderem Keane, Laid Back, Vanessa Daou, Ian Pooley. Wer gerne Café del Mar oder Buddha Bar hört, findet hier das konzeptionelle Pondon.
Genre: Lounge/Easy Listening
Label: Soundcolours
Mehr zu den Meistern des Chill-Out unter Relax Edition Four.
Weitere Musik-Themen
- Frisch reingehört: Noch mehr CD-Kritiken
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- Weltmusik: Wunderbare Inspirationen verschiedener Kulturen
- Heilt Gesang und Tanz? Autor Sebastian Lehmann hat es ausprobiert
- Eine Reise in die Wunderwelt des Jazz
- Klassik: Die schönsten Interpretationen
- Omar Rodriguez Lopez von "The Mars Volta" im Interview
- Seeed-Solo: Frank Dellé über seine Tochter und Heimatgefühle
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