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The Single Stories: Hochzeit ohne Plus 1

Hochzeitsauto

Ich bin Henrietta und seit kurzem als freie Journalistin Mitglied der Emotion-Online-Redaktion. Ich bin fast 30 Jahre alt, ohne Mann und ohne Kind – und meistens finde ich das auch ganz gut so. Hier auf dem Blog erzähle ich Euch regelmäßig aus meinem Single-Alltag – viel Spaß!

Henrietta Reese aus der Online-Redaktion bloggt hier aus dem Alltag des Single-Lebens.

Die Hochzeits-Saison hat begonnen! Wo jetzt alle Romantiker „Jippie“ schreien, möchte ich mich von der Brücke stürzen. Nein, ganz so schlimm ist es natürlich nicht, auch ich mag schöne Kleider, gutes Essen und Freigetränke (liebe Hochzeitspaare, bitte merkt es Euch, eine Open Bar ist absolut essentiell für eine gelungene Feier). Dennoch sind Hochzeiten für viele Singles immer wieder eine kleine Demonstration dessen, dass andere ihr Liebesglück gefunden haben und man selber nicht. Das wäre alles nicht so schlimm – denn ein bisschen Selbstmitleid hat noch niemandem geschadet – wenn nicht alle Paare um einen herum immer wieder – schon vor dem großen Event – unterschwellig ihr Mitgefühl ausdrücken würden: „Och Mensch, Du kannst bei uns sitzen.“ „Bis dahin lernst Du bestimmt noch jemanden kennen!“ Und wenn nicht? Hab ich dann wohlmöglich alleine Spaß? Was für ein verrückter Gedanke.

Was aber noch viel schlimmer ist: Verkuppelungsaktionen mit anderen Single-Gästen. „Du, mein Cousin, der Martin, der ist auch Single. Ich setze Euch mal nebeneinander, vielleicht passt das ja.“ Kicher. Offensichtlich hängt jede Braut der romantischen Vorstellung nach, an ihrem glücklichsten Tag des Lebens müsse auch jeder andere Gast vom Liebesglück erfüllt sein. In den meisten Fällen ist Martin aber stinklangweilig, eine nervige Quasselstrippe oder noch unglücklich in seine Ex-Freundin verliebt. Daher ein Appell an alle Brautpaare: Bitte überlasst das Kuppeln den Partnerbörsen dieser Welt und gestattet mir lieber ein Plus 1 meiner Wahl oder eben das Vergnügen, mir an dem besagten Abend selber einen potenziellen Partner unter den verbliebenen männlichen Singles auszusuchen.

Problematisch wird es auf Hochzeiten auch, wenn Paartanz ein relevanter Bestandteil der Feier ist. Ganz abgesehen davon, dass mein letzter Tanzkurs 15 Jahre zurück liegt, begibt man sich auf glattes Eis, wenn man sich in der Nähe der Tanzfläche aufhält. Entweder ich ernte – mal wieder – mitleidige Blicke, weil ich allein am Rand sitze („Keine Sorge, Du findest auch noch den Richtigen“) oder der unangenehme Onkel zweiten Grades sieht seine Chance gekommen, sich endlich mal – bei schunkelndem Engtanz – nach meinem neuen Job zu erkundigen. Beste Lösung: Haltet Euch an der Bar auf. Trinkt. So lange wie notwendig. Irgendwann wird aus jeder eleganten Tanzrunde ein grölender Mob – spätestens wenn Helene Fischer aus den Boxen schallt. Dann liegen sich alle Gäste beschwipst in den Armen und mit einem Mal ist es gar nicht mehr so schlimm, als Single hier zu sein. Und im Licht des achten Gin Tonics ist der langweilige Martin auch gar nicht mehr so unattraktiv …

Wie erlebt ihr das Single-Dasein auf Hochzeiten? Anstrengend? Frustrierend? Oder doch einfach sehr lustig? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

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