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5 Fragen an Mareile Braun, Chefredakteurin von EMOTION Slow

Mareile_Pepe

1. Wie entstand die Idee zu EMOTION SLOW?

Entschleunigung und Achtsamkeit sind Themen, die wir in unserem Mutterblatt EMOTION schon seit langem und immer wieder aufgegriffen haben. In EMOTION SLOW können wir ihnen den Raum geben, den sie verdienen und den sich viele Leserinnen wünschen. Es geht uns in diesem Heft aber nicht nur um innere Einkehr, sondern auch um Auf- und Umbrüche, ums Ausreißen und Ankommen. Wir stellen Menschen vor, die etwas bewegen, inspirierende Orte und schöne Dinge, die sowohl Sinn, als auch Spaß machen.

Cover_SLOW_Blog

EMOTION Slow ist eine Line Extension der EMOTION-Markenfamilie

2. Warum sollte ich mir das Magazin kaufen?

Viele Frauen wünschen sich mal eine Auszeit vom Multitasking-Alltag. Ein schönes Magazin kann so etwas sein – eine „Ruheinsel“, wie man so schön sagt. Emotion SLOW ist auf jeden Fall ein Heft für Print-Liebhaber: Es hat wunderbares Papier, man möchte es sofort streicheln und irgendwo gut sichtbar drappieren. Ich glaube, man merkt ihm an, dass es mit viel Liebe erdacht und gemacht wurde. Wichtig war uns, jede einzelne Story dem Heftmotto unterzuordnen: „Mehr Zeit fürs Wesentliche“! Man wird bei uns keine 200 „It-Bags“ finden und auch nicht x-te Frühjahrs-Diät. Dafür jede Menge besonderer Bilder und Geschichten, die hoffentlich ein wenig länger nachklingen.

3. Was hat Ihnen an der Entwicklung am meisten Spaß gemacht?

Ganz klar: das Team! Wir waren ein sehr kleiner Kreis von Beteiligten in der Redaktion, was das Arbeiten sehr konzentriert und effizient gemacht hat. Wir hatten aber unzählige „freie“ Mitarbeiter – Autoren, Fotografen, Blogger, sowie zahlreiche Menschen, die spannende Projekte und Geschäftsideen verfolgen. Mit ihnen standen wir in regem, kreativen Austausch. Das hat die Recherche und die Themenfindung sehr facettenreich und spannend gemacht. Ich hoffe, dass diese Atmosphäre des „weit vernetzten Denkens“ im Heft spürbar ist.

Mareile_Braun_Blog

Mareile wohnt mit ihrer Familie und ihrem Zwergesel Pepe in der Nähe von Hamburg

4. Wo erleben Sie persönlich Ihre schönsten SLOW-Momente?

Die finde ich eindeutig bei meiner Familie und meinen Tieren! Wir sind vor einem halben Jahr aufs Land gezogen, quasi unseren Ponys und Esel Pepe hinterher. Mit ihm habe ich mich fürs Heft-Editorial abbilden lassen, denn er ist tatsächlich so etwas wie ein „Mental Coach“ für mich. Unter anderem er sorgt dafür, dass ich sich mein Leben zwischen Gucci und Gummistiefeln so wunderbar ausbalanciert anfühlt…

5. Was dürfen wir als nächstes von emotion SLOW erwarten?

Emotion SLOW ist ja nicht nur ein schönes Heft, sondern auch online aktiv. Wir liefern unseren Facebook-Fans täglich neue Bilder und SLOW-Momente, geben Einblick in unser Redaktionsleben und posten auf Instagram das Making-Of der 2. Ausgabe. Im EMOTION-Blog wird es immer mal wieder auch Einträge von uns geben und wir freuen uns sehr, wenn sich möglichst viele Leser mit Ideen und Anregungen bei uns melden. EMOTION SLOW ist nämlich kein Heft, das allein in unseren Köpfen am Schreibtisch entsteht. Es lebt von dem, was draußen passiert, von spannenden Ideen, mutigen Menschen und dem Blick für kleine, feine Dinge. Insofern: Zeigt uns, was Euch bewegt und glücklich macht!

http://emotion-slow.de/

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  1. Mit Ihnen, das wird nichts mehr, Fräulein Jülich
    Wie betäubt lag ich in meinem Krankenbett. Der Satz kreiste in meinem Kopf wie ein dumpfes Echo. „Mit Ihnen, das wird nichts mehr, Fräulein Jülich“, hatte der Chefarzt der Neurologie gesagt. Und damit war die Angelegenheit für ihn erledigt. Erwerbsunfähigkeitsrente und Pflegeheim.
    Das konnte einfach nicht sein. Für mich war das noch lange nicht erledigt. Immerhin hatte mich schon eine Fehldiagnose in diese schreckliche Situation gebracht. Ich hatte, gerade 21 Jahre alt, einen Schlaganfall erlitten. Und das drei Tage vor meinem schriftlichen Abitur, das ich als Zahnarzthelferin gerade auf dem zweiten Bildungsweg in Angriff nahm. An diesem Freitag im Mai 1973 hatte sich mein Mund plötzlich ganz pelzig angefühlt, und im Spiegel sah ich, dass der rechte Mundwinkel leicht herabhing. Zudem quälten mich extreme Kopfschmerzen.
    Ich selbst deutete meine Krankheitssymptome richtig, nur der Neurologe wollte nichts davon wissen. Er schickte mich mit falscher Diagnose und falschen Medikamenten nach Hause. Mein Zustand verschlimmerte sich zusehends. Nach drei Tagen konnte ich nicht mehr schreiben, lesen oder gehen. Als ich endlich ins Krankenhaus kam, war es fast zu spät. Und jetzt, nach zwei langen Monaten Krankenlager, diese lakonische Diagnose für mein restliches Leben: Das wird nichts mehr, Fräulein Jülich.
    Andere Patienten hätte dieser Satz womöglich umgebracht, mich nicht. Spätestens zu diesem Zeitpunkt merkte ich, dass Widerstand mich anspornt. Wenn einer sagt, „das geht nicht“, komme ich erst richtig in Fahrt. Ich konzentrierte mich auf meinen Körper und versuchte, alles in mir und an mir zu mobilisieren. Mit den gelähmten Zehen fing ich an. Rückblickend scheint mir, dass ich mich bereits damals selbst zur „Körpertherapeutin“ ausgebildet habe, obwohl davon noch nie gehört hatte.
    Dann Reha-Klinik. Hier erwarb ich neue Kochkenntnisse und webte Sitzbezüge, bloß laufen lernte ich nicht. Weitergebracht habe ich mich selbst. Allein und heimlich machte ich mich auf einen harten Weg. Die Klinik lag an einem Berg, den ich mir Stück für Stück eroberte – immer weiter, immer höher. Froh war ich, wenn ich unverletzt zurückkam. Doch oft schlug ich lang hin und kam kaum wieder auf die Füße, Blutergüsse und Schürfwunden inklusive. Aber ich wusste, dass es nur so geht. Die Klinik verließ ich auf eigenen Wunsch.
    Ich habe keinen Arzt mehr gefragt, was ich für meine Gesundung tun kann, sondern die Verantwortung für mich selbst übernommen. Ich suchte mir Bewegungen aus, die mir halfen. Glücklicherweise hatte mir damals niemand das Autofahren verboten. So übte ich mit meiner Ente, bis das Fahren wieder klappte. 1980 war ich so weit, dass ich zum Skifahren ins Wallis fuhr. Einmal bin ich aus dem Lift gefallen, manchmal zitterte mein rechtes Bein so stark, dass ich nicht wusste, wie ich heil vom Berg kommen sollte. Oben konnte ich nicht bleiben, also musste es gehen. Und es ging immer, irgendwie. Jeden Bewegungsablauf vom Gehen bis zum Schreiben stellte ich mir zuerst im Kopf vor. So kam ich vom Kopf wieder auf die Füße. Das war eine harte, selbst auferlegte Schule, die mir aber Ansporn und Mut für mein ganzes Leben gegeben hat.
    Körperliche Einschränkungen habe ich noch, aber das hat mich nicht gehindert, einen beruflichen Erfolgsweg einzuschlagen. Mein Abitur machte ich ein Jahr später, mit Links – im wahrsten Sinne des Wortes – und studierte. Der Empfehlung des Arbeitsamtes, „nehmen Sie doch die Rente, gehen Sie doch nicht arbeiten“, mochte ich nicht folgen. Schließlich wollte ich nicht mit 30 am Teich sitzen und Enten füttern. Heute bin ich als erfahrene Diplom-Sozialpädagogin und Psychotherapeutin Leiterin einer psychiatrischen Tageseinrichtung für seelisch verletzte Menschen. Als Erfolgscoach unterstütze ich in meiner eigenen Praxis „Erfolg Orange“ Menschen in verschiedensten Lebenslagen durch Psychotherapie, Körpertherapie und Coaching. Ein besonders Angebot sind Seminare in Klöstern.
    Ich finde, ich habe einen guten Weg gewählt und manchmal auch nur zufällig gefunden. Vor der Krankheit wusste ich nicht, wie viel Kraft in mir steckt. Ich bin froh und stolz darauf, dass ich erlebt habe, wie viel möglich ist. Diese Kraft und Zuversicht gebe ich gern anderen weiter. Es ist ein absolut gutes Gefühl, sein Leben selbstverantwortlich in die Hand zu nehmen und Schritt für Schritt seine Erfolge zu feiern. Das hört auch nie auf. Ein Projekt, das ich gerade beginne, ist ein Buch über Klöster. So gesehen – da ist doch ganz schön was aus mir geworden. Ihre Brigitte Jülich

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  2. Sehr geehrte Frau Braun,
    was für eine spannende Ergänzung zur „Emotion“ die mich schon immer begeistert hat. Nun habe ich mich zu einem Abo der „Slow“ entschieden und freue mich schon sehr darauf. Gleichzeitig würde ich Ihnen gerne auch meine Lebensgeschichte anbieten.
    Ich bin nächste Woche 51 Jahre
    Mutter von drei Kindern (15,23, 25)
    Krimiautorin mit vier veröffentlichten Krimis(s. Homepage)
    seit 5 Jahren von einem alkoholkranken Mann geschieden, mit dem ich 25 Jahre verheiratet war
    4 Jahre die Geliebte eines verheirateten Mannes
    3 Jahre ungelernt an einer Stadtteilschule in Hamburg unterrichtet und gefördert, neue Projekte etabliert habe
    jetzt arbeitslos auf der Suche nach neuen Wegen
    eine erste Ausbildung als Hypnotiseurin asolviert habe mit dem Ziel: Heilpraktikerin für Psychotherapie mit Schwerpunkt in der Hypnosetherapie
    Vielleicht ist meine Geschichte auch für andere Frauen interessant?

    Herzliche Grüße

    Cäcilia Balandat

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