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5 ungewöhnliche Tipps für ein glücklicheres Leben

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„Den Kopf frei machen und so bleiben“ klingt einfach, ist es aber nicht wirklich. Wie schwer fällt es uns im Alltag aus unserem Trott zu kommen, einfach abzuschalten oder sogar Dinge zu ändern, die uns bereits klar sind. Einfache psychologische und soziologische Erkenntnisse zeigen aber schnell auf, warum die Dinge für uns so sind, wie sind. Mit meinem Buch „Den Kopf frei machen und so bleiben“ möchte ich solche Kenntnisse anschaulich und unterhaltsam vermitteln. Im Mittelpunkt steht unsere Wahrnehmung und wie diese beeinflusst wird. Es geht darum, dass unser Leben schlechter wirkt als es ist! Also werfen Sie doch mal einen neuen Blick auf Ihr Leben. 

5 Tipps
Exklusiv für die Leserinnen von EMOTION habe ich fünf Tipps ausgesucht, die Sie so sicher noch nie gehört haben. Die Tipps sind eine Auswahl aus insgesamt zehn Tipps, die mein Buch zusammenfassen. Für den EMOTION Blog habe ich zusätzliche Beispiele gefunden, wie Sie die Tipps im Alltag anwenden können.

 

1. Denken Sie an den nackten Baum

Ein Baum ist ein Baum. Die Natur interessiert nicht, ob Sie ihn schön finden oder doch lieber  zu Brennholz verarbeiten würden. Alles was Sie denken, wenn Sie einen Baum sehen, ist nur Ihre Interpretation. Unsere Welt ist eine Konstruktion aus der Interpretation aufgrund unserer Gefühle, unseres Wissens und unserer Einstellung. Wenn unsere Welt auf unserem Denken beruht, dann können wir dieses und damit unsere Welt auch ändern, wenn wir das möchten.

Ein typisches Beispiel für solche Konstruktionen sind Unsicherheiten in Bezug auf andere Menschen: Fühlen Sie sich unwohl wenn die Aufmerksamkeit auf Sie gerichtet ist? Was denken Sie dann? „Ich sehe nicht gut aus, alle werden mich anstarren“ oder „Oh Gott, ich kann diese Rede niemals schaffen und mache mich lächerlich.“ Aber das ist nur Ihre Überzeugung – Sie interpretieren die Situation, wie Sie den Baum interpretieren. Fast niemand ist ein Top-Model und es ist nur eine Rede.

 

2. Rülpsen macht schlau

Natürlich müssen Sie nicht wirklich rülpsen – es geht mehr um das Rülpsen als Symbol. Wenn Sie einen Rülpser hören, verarbeiten Sie nicht einfach das Geräusch. Sie haben gelernt, wie in unserer Gesellschaft Rülpsen bewertet wird, und dieses Geräusch löst in Ihnen eine Kaskade von Interpretation und Reaktion aus: Es ist unschicklich, Sie empfinden Abscheu und Ekel. Dieses einfache Geräusch löst ein starkes Gefühl aus. Denken Sie daran, dass diese Reaktionen erlernt und geprägt sind! Wenn Sie sich künftig eher so verhalten möchten, wie es Ihnen richtig erscheint, dann fragen Sie sich, warum Sie eine Sache so oder so sehen.

Achten Sie in Zukunft immer auf Ihr Gefühl: Wenn Sie etwas tun, was alle tun und Sie aber ein schlechtes Gefühl dabei haben, fragen Sie sich, ob das wirklich so sein muss. Sie finden es doof Marken-Klamotten zu kaufen weil es alle tun? Dann ist No-Name ein „Rülpser“, wenn Sie No-Name eigentlich nicht „eklig“ finden, dann scheren Sie sich nicht darum.

 

3. Emanzipation ist nicht nur etwas für Frauen

Emanzipation versteht man heute als Befreiung der Frau von der männlichen Vorherrschaft – was unbestreitbar richtig ist. Allerdings meint Emanzipation allgemein, dass wir uns aus Abhängigkeiten lösen. Unser Denken ist dabei vor allem von Interessen abhängig: Von politischen über wirtschaftliche bis hin zu persönlichen Interessen Ihrer Mitmenschen reicht die Bandbreite der Einflüsse auf Sie. Ein erster Schritt ist zu erkennen, wann Sie beeinflusst werden und warum das geschieht. Nur wenn Sie selbst über sich bestimmen können und sich nicht abhängig von anderen Menschen entscheiden, haben Sie die Möglichkeit, etwas verändern zu können.

Das kennt jeder: Gruppendruck und „dazu gehören“. Wir machen Dinge, damit wir nicht abgelehnt werden. Lösen Sie sich davon! Wenn Sie dann nur Mist machen um Menschen zu gefallen, dann versuchen Sie den falschen Menschen zu gefallen. Emanzipieren Sie sich von allem Schlechten – nicht nur von dummen Männern.

 

4. Suchen Sie fliegende Äpfel

Äpfel können nicht fliegen, weil die Schwerkraft ein Naturgesetz ist. Genauso wirken viele Dinge in unserem Denken auf uns wie ein Naturgesetz, sind es aber nicht. Vieles ist nur „erfunden“ und von uns vollkommen verinnerlicht worden – und schränkt dabei unser Denken unnötig ein. Nur wenn wir diese „künstlichen“ Grenzen erkennen, haben wir die Möglichkeit, nicht eine vereinfachte und beschränkte Welt zu sehen, sondern ganz neue Möglichkeiten zu erkennen.

Sie müssen immer die Beste, Schönste, Schlankste, Erfolgreichste, Beliebteste, Wohlhabendste, Interessanteste oder Anziehendste von allen sein? Lassen Sie doch mal all diese Superlative und nehmen Sie den hier: Die Glücklichste. Und brauchen Sie dafür Geld, Schönheit, ein aufregendes Leben, einen super Job, die tollste Familie und so weiter? Wahrscheinlich nicht, aber das sind die Ideale, die uns eingepflanzt werden. Das sind fliegende Äpfel – keine Naturgesetze sondern soziale Erfindungen. Das gibt es also eigentlich gar nicht.

 

5. Ab in den Garten

Wenn Sie bisher geglaubt haben, dass Sie nur das richtige Konzept finden müssen, um glücklich zu sein, dann gehen Sie den falschen Weg. Sie müssen Gewohnheiten und Ansichten verändern, und die sind hartnäckig. Ebenso schwer ist es zunächst herauszufinden, wo es eigentlich hingehen soll. Ein wichtiges Hilfsmittel ist das Aufschreiben: Es zwingt Sie zu Konkretheit und Klarheit und hilft Ihnen, sich Ihre Überlegungen in Erinnerung zu halten. Mit dem einfachen Trick, einen Garten zu malen, können Sie das sehr gezielt angehen.

Sehen Sie Ihr Leben als Garten: Dieser Garten stellt Ihre Oase in dieser unruhigen Welt dar. Rupfen Sie alles Unkraut raus und überlegen Sie sich was Ihnen gefällt. Überwinden Sie sich und fangen Sie an, Ihren Lebensentwurf greifbar zu machen. Wie bei einem Garten geht das nicht auf einmal und ist auch nicht irgendwann beendet. Aber Ihr neuer Garten wird Ihnen immer mehr Freude bereiten. Und bitte machen Sie Ihr Ding – es ist Ihr Garten, es ist Ihr Leben.

 

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Der Autor (Dr. phil. Dipl.-Päd. Frederic Adler) ist promovierter Pädagoge und derzeit an der Universität Augsburg und der Zeppelin Universität Friedrichshafen tätig. In der Vergangenheit war er an der TU München und der Universität der Bundeswehr München tätig. Er wurde durch seine Beschäftigung mit Emotion und Motivation und dem Hintergrund des Konstruktivismus zu diesem Sachbuch inspiriert. Mit dem Buch und seinem Blog http://noch-dohf.blogspot.de/ versucht Frederic Adler psychologische und soziologische Erkenntnisse für die Nutzung im Alltag und für ein unabhängigeres Denken aufzubereiten.

 

 

kopf-freimachen-frederic-adler-beitrag-emotion-blogDen Kopf frei machen und so bleiben. Adler, Frederic. Springer Spektrum © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014. ISBN 978-3-642-41849-5 /ISBN 978-3-642-41850-1 (eBook)

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  1. Schöner Artikel von der Konzeptbildung und Interpretation zurück zur der Bewusstheit Annahmen zu untersuchen. Das bringt manchmal mehr, als einfach nur eine nicht verstandene Interpretation ändern zu wollen..

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